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    Offener Angriff auf die Pressefreiheit durch die Politik! – Internetaktion PDF Drucken E-Mail
    Geschrieben von: Redaktion   
    Dienstag, 24. November 2009 um 22:55 Uhr

    Am Freitag möchte der hessische Ministerpräsident Koch die Wiederwahl des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender verhindern. Aus diesem Grunde soll er bereits seit Längerem hinter den Kulissen eine Allianz geschmiedet haben, die das ermöglichen soll.

    Das Netz ist mittlerweile voll von Hintergrundinformationen zu diesem gewaltigen und vermutlich auch verfassungsfeindlichen Angriff auf die Pressefreiheit. Aus diesem Anlass hat die Campact e.V. einen Aufruf gestartet, den man im Internet unterzeichnen kann.

    Es ist an der Zeit, dem immer mehr zunehmenden Demokratieabbau in unserer Gesellschaft entgegenzutreten, und den sog. Volksvertretern endlich zu zeigen, dass man sie nicht um ihrer selbst willen an die Positionen gestellt hat, an denen sie sich befinden, sondern um ihre Aufgabe für die Demokratie und die Rechte der Bürger wahrzunehmen. Sie sind nur Diener des Volkes und nicht deren Herren. Und dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob man sie überhaupt gewählt hat.

    In einer einmaligen Aktion wandten sich aus diesem Anlass 35 renommierte Staatsrechtler in einem offenen Brief an Verwaltungsrat und Öffentlichkeit, um vor einem aus ihrer Sicht Verfassungsbruch zu warnen.

    Wir veröffentlichen den offenen Brief an dieser stelle und möchten Sie, geneigter Leser, bitten, an der Online-Aktion des Campact e.V. teilzunehmen. Nehmen Sie ihr Recht wahr, sich gegen die Vereinnahmung der Presse durch die Politik zu wehren. Schon einmal war die Presse in diesem Land gleichgeschaltet. In letzter Zeit nehmen Angriffe auf Blogs und kritische Publikationen zu. Lassen Sie nicht zu, dass uns die Reste der Pressefreiheit auch noch Stück für Stück weggenommen werden!

    Vielen Dank für die Unterstützung dieser Aktion!

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    Wir Dokumentieren den Brief:

    Der Fall Brender - ein Prüfstein für die Rundfunkfreiheit

    Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG garantiert die Rundfunkfreiheit. Sie ist eine wichtige Säule unseres demokratischen Staatswesens. An dieser Säule wird gerade gesägt, und zwar von einigen Mitgliedern des Verwaltungsrats beim ZDF. Nikolaus Brender soll keine oder eine unüblich kurze Vertragsverlängerung als Chefredakteur erhalten, angeblich weil die Quoten im Informationssegment nicht stimmen.

    Um diese Frage aber geht es in Wahrheit nicht. Es geht schlicht darum, wer das Sagen, wer die Macht hat beim ZDF. Es handelt sich um den offenkundigen Versuch, einen unabhängigen Journalisten zu verdrängen und den Einfluss der Parteipolitik zu stärken. Damit wird die Angelegenheit zum Verfassungsrechtsfall und deshalb mischen wir uns ein.

    Art. 5 Abs. 1 GG garantiert die Staatsfreiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auch wenn das gebührenfinanzierte ZDF formal dem Bereich öffentlicher Institutionen zuzurechnen ist, bedeutet Staatsfreiheit, dass der Staat inhaltlich auf seine Arbeit keinen beherrschenden Einfluss ausüben darf. Was geschieht, wenn es die Garantie der Staatsfreiheit nicht gibt, wird uns derzeit am Beispiel anderer europäischer Staaten vor Augen geführt. Zur Garantie der Staatsfreiheit gehört auch eine Begrenzung der Stimmenanteile der staatlichen Vertreter in den Aufsichtsgremien, also auch im Verwaltungsrat.

    Nun diskutieren Rundfunkrechtler schon lange darüber, ob die im ZDF-Staatsvertrag vorgesehene Machtverteilung zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Vertretern mit Art. 5 Abs. 1 GG vereinbar ist. Insbesondere geht es um die Zuordnung der Parteienvertreter und der von den Ministerpräsidenten ausgewählten Vertreter zur staatlichen Ebene. Sollte sich herausstellen, dass letztlich ein Ministerpräsident als Meinungsführer stark genug ist, um einen bestimmten Chefredakteur zu verhindern, so würde dies einen praktischen Beleg dafür liefern, dass die zum Teil geäußerten verfassungsrechtlichen Bedenken gegenüber der Zusammensetzung des Gremiums nicht unbegründet sind.

    Der Eindruck läge nahe, dass über die Instrumente von staatlicher Einflussnahme und Parteizugehörigkeit politische Mehrheiten in den Aufsichtsgremien organisiert werden. Genau dies will der Grundsatz der Staatsfreiheit verhindern. Staatsfreiheit heißt, dass sich Mehrheiten im Sinne einer autonomen Ausübung der Rundfunkfreiheit nach Sachgesichtspunkten zusammenfinden.

    Wir appellieren dringend an die Vernunft und die Sachkompetenz aller Vertreter im Verwaltungsrat. Beteiligen Sie sich nicht an der beabsichtigten staatlichen Einflussnahme auf die Wahl des Chefredakteurs. Qualitätsvoller und unabhängiger Journalismus liegt im Interesse aller.

    Unterzeichner (Alphabetisch geordnet)

    Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim, Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
    Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Battis, Humboldt-Universität zu Berlin
    Prof. Dr. Dieter Birk, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    Prof. Dr. Pascale Cancik, Universität Osnabrück
    Prof. Dr. Matthias Cornils, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Prof. Dr. Dieter Dörr, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Prof. Dr. Udo Fink, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Prof. Dr. Andreas Fischer-Lescano, Universität Bremen
    Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg, Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Prof. Dr. Hubertus Gersdorf, Universität Rostock
    Prof. Dr. Thomas Groß, Justus-Liebig-Universität Gießen
    Prof. Dr. Timo Hebeler, Universität Potsdam
    Prof. Dr. Bernd Holznagel, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    Prof. Dr. Friedhelm Hufen, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Prof. Dr. Stefan Kadelbach, LL.M., Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Prof. Dr. Thorsten Kingreen, Universität Regensburg
    Prof. Dr. Jürgen Kühling, LL.M., Universität Regensburg
    Prof. Dr. Franz Mayer, LL.M. (Yale), Universität Bielefeld
    Prof. Dr. Andreas Musil, Universität Potsdam
    Prof. Dr. Andreas L. Paulus, Georg-August-Universität Göttingen
    Prof. Dr. Dr. h.c. Franz-Joseph Peine, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
    Prof. Dr. Ulrich K. Preuß, Hertie School of Governance Berlin
    Prof. Dr. Stephan Rixen, Universität Kassel
    Prof. Dr. Ute Sacksofsky, M.P.A. (Harvard), Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Prof. Dr. Arndt Schmehl, Universität Hamburg
    Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Schneider, Universität Hannover
    PD Dr. Wolfgang Schulz, Universität Hamburg, Hans-Bredow-Institut
    Prof. Dr. Indra Spiecker genannt Döhmann, LL.M. (Georgetown), Universität Karlsruhe
    Prof. Dr. Robert Uerpmann-Wittzack, maitre en droit, Universität Regensburg
    Prof. Dr. Thomas Vesting, Goethe-Universität Frankfurt am Main
    Prof. Dr. Astrid Wallrabenstein, Universität Bielefeld
    Prof. Dr. Christian Walter, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
    Prof. Dr. Joachim Wieland, LL.M., Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer
    Prof. Dr. Hinnerk Wißmann, Universität Bayreuth
    Prof. Dr. Andreas Zimmermann, LL.M. (Harvard), Universität Potsdam

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    Campact.de – DEMOKRATIE IN AKTION!

    Hessens Ministerpräsident Roland Koch will am Freitag den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender absägen - weil er unabhängig und überparteilich ist. Der ZDF-Verwaltungsrat muss Kochs Feldzug gegen die Pressefreiheit stoppen!

    Unterzeichnen Sie den Appell an Koch und den ZDF-Verwaltungsrat!

    http://www.campact.de/eil/sn2/signer


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    Einige Informationen anderer Medien zu dem Fall:

    Koch beeinflusste schon vor dem Fall Brender ZDF-Personalien

    http://www.nmz.de/kiz/nachrichten/koch-beeinflusste-schon-vor-dem-fall-brender-zdf-personalien

    ZDF-Stars stehen hinter ihrem gemobbtem Chef

    http://www.welt.de/fernsehen/article3247994/ZDF-Stars-stehen-hinter-ihrem-gemobbtem-Chef.html

    Unterstützung für ZDF-Chefredakteur Brender
    "Politiker raus aus den Aufsichtsgremien"

    http://www.tagesschau.de/inland/brenderzdf100.html

    Wem gehört das ZDF?

    http://www.abendblatt.de/leserbriefe/article1281817/Wem-gehoert-das-ZDF.html

    Offener Brief an den ZDF-Intendanten Markus Schächter

    http://www.brender-muss-bleiben.de/

     

    Kommentare
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    Sisko 2009-11-25 17:03:52

    Servus,
    eine weitere Möglichkeit seinen Unmut darüber kund zu tun gibt es unter folgendem Link:
    http://www.telemedicus.info/article/1586-Ein-offener-Brief-an-den-ZDF-Verwaltungsrat.html

    Grüße
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